#038 – Steffen Tremel | Inhaber & Geschäftsführer von Corpuslinea

Jan 20, 2021 | Business, Wirtschaft

Aktuelle Episode in Worten

Unternehmer*innen sind ja bekanntlich gern gesehene Gäste beim HAUPTSTADTPODCAST. Das Spektrum an Persönlichkeiten ist breit gefächert, denn Unternehmer*in kann ja so ziemlich alles bedeuten. Heute geht es um Möbel. Möbel nach Maß! 

Wann gibt’s was? 

  • Kein Berliner Original, aber trotzdem kann sich der Unternehmer ein Urteil über die Hauptstadt erlauben. Außerdem: Was steckt hinter dem Namen “Corpus Linea”? (ab Minute 0:00) 
  • Steffen brennt für seinen Beruf, von Anfang an (ab Minute 6:00) 
  • Von der “one-man-show“ zum 18-Mitarbeiter*innen-Niveau, aber schon immer “Möbel nach Maß” (ab Minute 14:45) 
  • Intime Einblicke in Schlafzimmer und Farbpsychologie. Ja, auch das ist irgendwie Teil der Arbeit, auch wenn man es nicht direkt damit verbindet (ab Minute 22:00) 
  • Das Thema “Wohnen” hat einen so hohen Stellenwert wie noch nie zuvor erreicht (ab Minute 32:30) 
  • Die Corona-Krise hat die Rahmenbedingungen komplett verändert, aber Steffen bleibt sogar jetzt optimistisch und sieht darin neue Chancen (ab Minute 43:00) 

Der Brandenburger Jung, der alles baut, was das Herz begehrt 

Steffen Tremel, Gründer und Geschäftsführer von Corpuslinea, ist ein waschechter Brandenburger und hat sich am Stadtrand von Berlin sein Unternehmen über viele Jahre hinweg hart erarbeitet. Dass er weiterhin nicht IN Berlin lebt, passt ihm so ganz gut, der Verkehr ist der Horror für ihn. Wo Brandenburg dann vermutlich doch nicht ganz so gut mithalten kann, ist das kulturelle Angebot, das für die Meisten DER Grund schlechthin ist, warum es sie nach Berlin zieht.  
Was genau er mit Corpuslinea ins Leben gerufen hat? Ein Unternehmen, das quasi ein rundum-sorglos-Paket anbietet. Alle Bereiche wie Messebau, Innenausbau, Ladenbau und Möbelbau werden durch ihn abgedeckt, aber auch viele Privatpersonen kommen mit ihrem Anliegen auf ihn zu. Gemeinsam wird ein Konzept entwickelt, das dann in eigener Fertigung in die Tat umgesetzt wird. All-Inclusive mit Tapeten, Böden, eben allem, was von A bis Z dazugehört. Wahnsinn! 

Aber zurück zum Anfang 

“Der Werkstoff Holz hat mich seit meiner Kindheit durch meinen Opa begleitet”, erzählt er. Er drückte dem damals zweijährigen Steffen Säge und einen Holzblock in die Hand und ruckzuck war der Block durchgesägt. Die Zukunft war klar, der Grundstein (bzw. Grundblock) war gelegt. Aber dem nicht genug: Als Jugendlicher baute er passioniert Flugmodelle – natürlich aus Holz – und wurde damit sogar DDR-Meister-Flugmodellbauer. Spätestens dann stand wohl fest: Steffen brennt für den Werkstoff Holz (Achtung, Wortwitz), absolvierte seine Tischlerlehre und ging dann mit “ein paar Unterhosen und einer Zahnbürste” auf Walz. Work&Travel in der Oldschool-Version quasi.  

Der Stein kam nach und nach ins Rollen 

Heute beschäftigt Steffen um die 20 Mitarbeiter*innen. Bis er aber an diesem Punkt war, war einiges an Mühe und Arbeit von Nöten. Er wusste nur “ok, ich will coole Möbel bauen”. Leichter gesagt als getan, wenn man quasi mit null Budget und kaum Berufserfahrung dasteht. Aber wo ein Wille, da auch ein Weg! Er mietete sich nachts in seinen alten Lehrbetrieb ein (toller Chef, der das erlaubte!) und ackerte zunächst als “one-man-show„. Ab Tag 1 stand aber eines immer an erster Stelle: Individualität. Und Wünsche der Kunden erkennen und gemeinsam umsetzen. “Wir gucken uns den Raum an und wir gucken uns den Menschen an – was braucht er wirklich?”  Die Umsetzung der Projekte erfolgt dann Hand-in-Hand mit verschiedenen Geräteherstellern. Er hat nicht zu viel versprochen: Er bietet mit seinem Team wirklich ein komplettes Programm von der kleinsten Idee bis zur Fertigstellung des Projekts, in welcher Form auch immer. Dass er hier nichts dem Zufall überlässt und auch mal in ferne Länder reist, um sich Materialien vor Ort genauer anzusehen, ist für ihn selbstverständlich und eine Herzensangelegenheit.  

Mehr als nur ein Trend, mehr als nur eine Phase 

Dass ins eigene Zuhause viel mehr investiert wird als noch in der Generation unserer Großeltern, ist unschwer zu erkennen. Eine olle Wohnwand war damals schick (und natürlich wahnsinnig praktisch), heute würde sich so ein Monstrum niemand mehr freiwillig in die Wohnung stellen. Erst recht nicht “von der Stange”. Die CoronaPandemie hat das Bedürfnis und auch die Notwendigkeit nach einem Wohlfühlzuhause als regelrechte “Energietankstelle” noch verstärkt. Noch nie waren wir alle so viel in unseren eigenen vier Wänden wie im vergangenen Jahr. Mit Messebau und Ladenbau siehts also für Steffen gerade mau aus, aber “am Ende ist jede Krise auch eine Chance”, meint er. Den Kopf in den Sand stecken, das kommt für ihn nicht in Frage! Und so denkt er um und hat gerade beispielsweise mit einem Mineralstoffhersteller eine selbstreinigende Desinfektionssäule hergestellt (sehr schick, schauts euch mal auf der Website von Corpuslinea an) 
“Diese Panikmache macht keinen Sinn”, deshalb geht Steffen die neue Situation mit Gelassenheit und neuen Ideen an, in Zukunft will er auch ganzen Büros die Möglichkeit anbieten, die gegebenen Räumlichkeiten coronakonform umzugestalten und das Home-Office von einzelnen Personen zu optimieren. Man muss eben kreativ werden und sich anpassen! Rücksicht, Vorsicht, Anpassung, Abstand – und im Kopf zusammenhalten. So klappts dann hoffentlich für uns alle, durch diese verrückten Zeiten zu kommen!