#059 – Kai Hellbardt | Künstler | Meta Realismus, Pop Art & Portraits

Aug 22, 2021 | Interview, Kunst, Staffel Zwei

Kai Hellbardt im Interview

Interessante Links 

https://www.kaihellbardt.de/ 

https://gemaeldegalerie.skd.museum/ 

https://www.gerstaecker.de/GERSTAECKER-Rotmarderpinsel.html

Wann gibt’s was?

  • Berlin – für den Künstler eine Hass-Liebe wie sie im Buche steht
    >>>ab Minute 1:40<<<
     

  • Was braucht ein Künstler wie Kai Hellbardt eigentlich alles zum Arbeiten?
    >>>ab Minute 6:10<<<
     

  • Wie entsteht ein Bild? Vom Funken des Anfangs bis zum (manchmal niemals) fertigen Gemälde
    >>>ab Minute 9:00<<<

  • Corona-Frustration auch bei den Kunstschaffenden leider ein großes Thema
    >>>ab Minute 14:00<<<
     

  • Wie wird man Künstler*in? Genauer gefragt: Wie wurde Kai Künstler?
    >>>ab Minute 21:10<<< 

  • Und wie arbeitet er? Wie lange? Hat er jemals “Feierabend”?
    >>>ab Minute 32:00<<<
     

  • Die Kunst und Monetarisierung – Wie verdient man als Künstler seinen Lebensunterhalt?
    >>>ab Minute 36:30<<<

  • Last but not least: Inspirierende Orte in Berlin und um Berlin herum
    >>>ab Minute 46:40<<<
     

Wer ist unser Gast? 

Kai Hellbardt, geboren 1963 in Berlin, entdeckte schon im Kindesalter seine Hingabe zur Malerei. Mit 16 malte er sein erstes Öl-Gemälde und erlernte alles weitere autodidaktisch. Seit 1995 arbeitet er als freischaffender Künstler und ist in den Bereichen Meta-Realismus, Pop-Art und Portrait-Art anzutreffen 

Kurzzusammenfassung 

Bunt und künstlerisch wird diese Folge, so viel ist sicher. Und tiefgründig. Aber zunächst wird frisch gestartet mit einer leichten Grundlage aus Haferflocken mit Milch und einer Prise Zucker – das Standart-Frühstück des Ost-Berliners.

Großstadt-(Über)Lebens-Künstler und sein innerer Antrieb 

Als Künstler ist die Wahrnehmung der Großstadt nochmal ganz anders als für “Normalsterbliche, deshalb heute besonders spannend: er schätzt auf der einen Seite das bewegte Leben im Trubel, sieht aber dennoch die Schattenseiten: Die Anonymität nimmt zu, der Egoismus der Einzelnen ebenfalls. “Ich hasse die Stadt einerseits, aber ich brauche sie auch zum Leben.” Mit dieser Aussage wird er so Manchem aus der Seele sprechen. 
Die Frage, wie ein Bild unter seiner Hand entsteht, beantwortet er mit “Durch einen Funken, die Sachen geschehen einfach”, mag für den Einen vage und schwammig klingen, doch das ist eben die Welt der Kunst. Andere drücken sich durch Worte aus – Kai tut es mit dem Pinsel. Es ist seine Art der Sprache. Fast belustigt erzählt er, wie verärgert und genervt manchmal die Menschen sind, wenn sie keine Erklärungen zu seinen Werken bekommen, oder aber sie denken dadurch noch intensiver darüber nach. 

Das Künstler Dasein ganz für sich 

Auf öffentlichen Veranstaltungen ist der Künstler eher weniger anzutreffen, wobei es diese aufgrund von Corona ja ohnehin kaum gab. Viele Künstler*innen wurden in ihre ursprünglichen Berufe regelrecht “zurückgedrängt”. Wie Kai die Dürreepisoden übersteht? Er nennt sich selbst auch “Verdrängungskünstler”: “Manchmal braucht man einfach Scheuklappen.” Er lebt ein eher zurückgezogenes Künstler-Dasein. Social Media wie Instagram, nutzt er nicht “Mein Hauptaugenmerk liegt einfach auf der Kunst.” 

Der Beginn aus der eigenen Hingabe heraus  

Doch wie wurde aus dem kleinen Jungen ein Maler? Schon mit 10 bewunderte er die “Alten Meister”, mit 15 fuhr er regelmäßig nach Dresden um ins Museum der “Alten Meister” zu gehen, sich inspirieren zu lassen. Mit Rembrandts Selbstportrait begann alles. Es war so ein Gefühl. Ich musste einfach ein Öl-Selbstportrait malen”. Da war er gerade mal 16 Jahre alt.  
An Kunsthochschulen wurde er abgewiesen, doch sein unbändiger Wille, es alleine zu schaffen, brachte ihn autodidaktisch an den Punkt seines Könnens und seiner tiefen Leidenschaft zur Malerei, an dem er nun heute ist. Bis zu 15 Stunden am Tag arbeitet er an Werken, die vielleicht nie ganz fertig werden. Und arbeiten bedeutet auch: sinnieren. Und zwar immer alleine. “Alles andere ist für mich Zeitverschwendung.” Er malt nicht, um Profit zu machen. Er malt, um Themen für sich selbst aufzuarbeiten und abzuschließen. Vielleicht ist das der Grund, warum er bisher noch nicht auf den/die geeignete*n Galerist*in, Kunstfreund*in oder Sammler*in getroffen ist. Trotzdem kaum zu glauben, denn seine Werke sind atemberaubend.  

Künstler arbeiten nie nicht

Wenn Kai selbst einmal richtig durchatmen will, zieht es ihn ans Meer; Ost- und Nordsee. Dort beobachtet er Menschen. Oder setzt sich in Berlin in sein Lieblingscafé am Kollwitzplatz und sammelt Inspiration. Der niemals endende Prozess des künstlerischen Schaffens.