#001 – Der Berliner Presseball | Mario Koss | Eine der ältesten Veranstaltungen

Aug 13, 2020 | Interview, Kultur

Aktuelle Episode in Worten

Zu Gast heute bei Wolfgang: Mario Koss. Der Mann, der jährlich hunderte Menschen zum Tanzen und Genießen bewegt. Aber lest selbst.

Wann gibt’s was?

  • Let´s introduce: Mario Koss, seine wilde Jugend und ersten Berührungspunkte mit dem Berliner Presseball. Ab Minute 0.45
  • Wie Mario dank eines Getränks zum CEO des Presseballs wurde. Ab Minute 6.00
  • Von Celebrities, Playboys und pikanten Anekdoten. Und: Was zieht man nur an? Ab Minute 11.20
  • Auch der kommende Ball verspricht voller spannender Menschen zu werden. Ein kleiner Blick hinter die Kulissen und auf die Organisation. Ab Minute 19.15
  • Koss packt seine persönliche Top-Story aus; mit Action-Thriller-Potenzial! Ab Minute 27.00

Wer sitzt denn hier heute neben uns?

Der gebürtige Spandauer, Baujahr 68, wie er es selbst ausdrückt, verbrachte nach seinem „geschmissenen“ Abitur eine wilde Jugend. Die Karriere als Popstar im selbst aufgebauten Tonstudio im Keller seiner Hausmeisterjobs mit 16, scheiterte. Er meint, es lag wohl auch an der Stimme. Ich mische mich ein und finde, daran kann es definitiv nicht gelegen haben. Heute ist er Geschäftsführer und CEO, Organisator und Veranstalter des Berliner Presseballs.

Beeindrucken um jeden Preis

Kurz vorweg: Der Berliner Presseball ist eines der ältesten Events der Welt. Genauer gesagt, er findet seit 1872 statt, ins Leben gerufen vom Deutschen Journalistenverband. 1986 wollte Mario seine damalige Freundin so richtig beeindrucken- und ergatterte trotz kilometerlanger Wartelisten zwei Flaniertickets für einen Schnäppchenpreis von 800DM.

Der selbstkreierte Drink wurde zum Karrieresprungbrett

Jahrelang verfolgte Koss das Event dann auf Distanz, bis er 2009 ein Getränk (mit angeblich aphrodisierender Wirkung) auf den Markt brachte. Ganz nach dem Motto „Fragen kostet nix“, bot er sich dem Berliner Presseball als Sponsor an. Das Ganze wurde erfolgreich, regelrecht zum Selbstläufer und ehe er es sich versah, war er ab 2010 mit seiner Marketingagentur verantwortlich für die Planung, Realisierung und Durchführung des Balls. Bestätigt das die Wirkung des Getränks? Nach kleinen anfänglichen Schwierigkeiten (Aufbau eines nahezu komplett neuen Teams), setzt er nun seit vielen Jahren das Event gekonnt in Szene.

Alle dabei- vom Politikersohn, über „Normalo“ bis hin zum Playboy

Der Name „Presse“Ball trügt- die Veranstaltung bringt Menschen aller Art zusammen. Meinungsmacher, Paradiesvögel, Stars und Sternchen, aber auch „Normalsterbliche“, die in eine Nacht voll Glanz und Glamour eintauchen wollen. Walter Kohl, Sohn des verstorbenen Politikers Helmut Kohl wurde als  Ehrengast geladen, was Koss ein besonderes Anliegen war. Einer der ältesten Gäste war wohl Rolf Eden, ältester Playboy Deutschlands, er ließ es sich nicht nehmen und marschierte ganze 50 Jahre in Folge über den roten Teppich des Balls. Eine gewisse Kleideretikette ist natürlich Vorschrift- was aber niemanden daran hindert, diese eigens zu interpretieren. Wer sagt, dass man einen Smoking nicht auch mal in Knallpink mit Glitzer tragen kann.

Koss plaudert aus dem Nähkästchen und macht Lust auf den nächsten Ball

Anekdoten könnte Mario vermutlich tausende erzählen, eine spezielle über Gregor Gysi packt er aus. Die ist allerdings so komisch, dass man sie einfach selbst anhören MUSS. Er verrät, wie viele Menschen tatsächlich hinter dem Presseball stecken (500 Mitarbeiter), und zwar nicht einfach Service- und Küchenpersonal, sondern sogar das BKA, wie spannend! Auch für´s nächste Jahr gibt es schon jetzt Zusagen von vielversprechenden Gästen. Wie schon seit vielen Jahren findet das Spektakel wieder im Hotel „Maritim“ statt, das für diesen Anlass komplett inklusive aller Zimmer für Übernachtungsgäste gebucht wird. Da steht einem Glas Sekt zu viel nichts mehr im Wege. Oder zehn. Die Corona-Krise tangiert den Presseball übrigens bisher kaum, lediglich die Besucherzahlen müssen bisher etwas eingeschränkt werden.

„Die Tombola“- ein Actionthriller

Ein worst-case-Szenario, aus dem Koss am liebsten einen Film machen würde. Bei der jährlichen Charity-Tombola konnten die Losnummern nicht zugeteilt werden, ergo es gab keine Gewinnlisten. Und wir sprechen hier nicht von 2 Euro-Losen, sondern eher von Losen im drei- bis fünfstelligen Bereich. Charmant und professionell wie immer fand Marco eine Lösung- und konnte sogar daraus noch einiges Positives (und Erzählenswertes) mitnehmen. Wie er nämlich einen Querschnitt der wilden Gästemischung persönlich kennenlernte und alle am Ende glücklich und zufrieden waren.. hört selbst, es lohnt sich, der Geschichte zu lauschen.