#040 – Kai Wegner | CDU-Vorsitzender Berlin, Spitzenkandidat für das Amt des Regierenden Bürgermeister

Jan 27, 2021 | Politik

Aktuelle Episode in Worten

Der HAUPTSTADTPODCAST wurde heute verlegt – mal wieder. Und zwar in den Bundestag. Hier hat sich also eine gemütlich Runde zu dritt versammelt. Zwei sollten klar sein. Der Dritte, der Gast, also die eigentlich wichtige Person ist, Überraschung, ein Politiker: Kai Wegner. Chef der Berliner CDU und Spitzenkandidat der CDU für die Abgeordnetenhauswahl für das Amt des regierenden Bürgermeisters. Ganz schön viel kommt also heute auf uns zu! 

Wann gibt’s was? 

  • ´ne echte Boulette, direkt aus dem Bundestag für den HAUPTSTADTPODCAST (ab Minute 00:00)
  • Kein Grund zur Angst, Respekt reicht aus. (ab Minute 4:00)
  • Welche Baustellen Berlin außer des Flughafens sonst noch hat und welche Kai definitiv angehen will (ab Minute 8:30)
  • Können wir das schaffen? Jo, wir schaffen das! Und an den 5 Punkten setzt er an (ab Minute 22:00)
  • Politiker und Clubkultur gehören nicht zusammen? Mehr als man annehmen mag (ab Minute 28:45)
  • Wahlkampf ist mehr als im Scheinwerferlicht stehen und Reden halten. Manchmal sind´s auch einfach Gespräche am Gartenzaun. Trotzdem turbulenter als gedacht (ab Minute 38:00)
  • “Das schönste Berlin ist eigentlich heute”. Und er muss es wissen, schließlich hat er mit 17 sogar schon den Mauerfall mitbekommen (ab Minute 51:00)
  • Seele baumeln lassen, Eis essen, Menschen beobachten. Auch Politiker müssen mal entspannen (ab Minute 54:00)

Pros und Cons einer echten Boulette  

Wer könnte wohl besser die guten und schlechten Seiten der Hauptstadt nennen als ein “Berliner aus Leidenschaft”, wie er sich selbst beschreibt? Bouletten sind für ihn natürlich nicht die einzigen (kulinarischen) Glanzpunkte Berlins“Ich liebe den Sound und das Lebensgefühl der Stadt”. Mit Sound meint er nicht (nur) den Sound in Clubs, aber darauf kommt er später noch zu sprechen. Punkteabzug gibt’s (wie sollte es anders sein) für die momentane politische Situation. Wäre alles in bester Ordnung, so würde er sich vermutlich nicht so stark für Veränderungen in der Politik engagieren. 

Eine lange, spannende Reise steht bevor 

Und mit Reise meine ich seinen nahenden Wahlkampf. Mit welchen Emotionen steht er den kommenden Ereignissen gegenüber? Angst? “Nein, Angst ist, glaube ich, immer ein schlechter Ratgeber. Ich habe den nötigen Respekt.” Neben Respekt empfindet er aber vor allem eines: Vorfreude. Vorfreude auf den Austausch, die Nähe, den Dialog mit den Menschen, auch wenn genannte Punkte dieses Jahr getrübt und vermindert werden durch Corona, sodass es mehr ein digitaler Wahlkampf sein wird.  

Berliner Baustellen 

… und nein, damit wird hier nicht auf den Flughafen angespielt. Kai hält fest: Berliner*innen lieben ihre Stadt, die Identifikation der Bewohner*innen mit Berlin ist enorm hoch. Trotzdem: Baustellen, verbesserungswürdige Punkte gibt es mehr als genug! Um nur ein paar zu nennen: ÖPNV/Verkehrssituation im Allgemeinen, die ganzen Behördengänge, Ämter, alles dauert zu lang. Was Berlin braucht, sind klarere Strukturen. Ganz klar. 
Wie Kai die Menschen für sich gewinnen möchte? “Indem ich zeige, dass ich es ernst meine. Ich will mit den Menschen gemeinsam diese Stadt verändern. Mein erster Koalitionspartner sind die Bewohner*innen.”  

5 Punkte zum Anpacken 

Dinge, die Kai verändern und anpacken möchte, fallen ihm auf die Schnelle genug ein. Theoretisch viel mehr als nur 5. Am wichtigsten ist es ihm, die Folgen der Pandemie und des damit verbundenen Lockdowns aufzufangen und die Wirtschaft im Anschluss ordentlich anzukurbeln. Außerdem: Stichwort Bildungssystem und Gebäude (beim Gedanken an die Zustände unsere Schultoiletten bekomme ich immer noch unangenehme Flashbacks). Mobilität will er auf neue Art und Weise in Angriff nehmen: Mehr ANgebote statt VERboteZwei weitere Punkte folgen (anhören!) und um nun eine smoothe Überleitung zu finden: Clubkultur 

Clubs sind die Automobilindustrie Berlins 

Klingt zunächst seltsam, stimmt aber irgendwie. In Süddeutschland ist einer der wichtigsten Anziehungspunkte und Branchen die Autoindustrie. Das, was die Clubkultur für Berlin ist. Unsere Feier- und Clubkultur macht einen riesigen Teil der Attraktivität der Stadt aus. Und genau deshalb ist es so bitter nötig und lohnt sich so extrem, hier zu investieren und zu unterstützen.  

Wahlkampf ist kein Ponyhof 

7 Tage die Woche, bis zu 18 Stunden am Tag: Wahlkampf ist alles, aber nicht entspannt. Wer sich (wie ich) darunter nichts Konkretes vorstellen kann oder es für eine total schicke, glamouröse Sache hält: Wahlkampf findet nicht nur auf Bühnen im Scheinwerferlicht im Anzug statt, sondern mindestens genauso viel: einfach mal an Türen klingeln, Gespräche mit Otto-Normal-Verbrauchern am Gartenzaun führen, durch die Stadtteile gehen und nah am Geschehen sein. Weil all das aufgrund von Corona nur bedingt möglich ist, gibt es auf der Website außerdem einen “Wunschbriefkasten”, quasi ein Kummerkasten für (politische) Anliegen, Vorschläge, Gedanken von den Bürger*innen an ihn.  

Friede, Freude, Eierkuchen? 

Fast so scheint es, wenn man Kai und sein Wirken in der CDU betrachtet. Die einst “zerrissene, uneinige” Partei hat mittlerweile ein Miteinander erreicht, was definitiv auch auf ihn zurückzuführen ist.  
Er kritisiert, dass es in der Politik zu oft gegeneinander geht: “Es geht immer um Entweder-Oder und ich glaube, wir brauchen vielmehr Sowohl-Als-Auch.”  
Sein Ziel ist es, unterschiedliche Interessen zusammenzuführen und daraus ein Politik-Angebot zu erstellen. Wenn man auf die bisherigen Regierenden Bürgermeister Berlins zurückblickt, sieht Kai einige davon als… Vorbilder? Er nennt es lieber Inspiration. Side-Fact: Einer seiner Favoriten, Eberhard Diepgen, war sogar auch schon Gast beim HAUPTSTADTPODCAST.  

Fast-Food, Florida-Eis und Fußball 

Genug vom Politik-Talk, Kai Wegner hat ja auch noch ein Leben außerhalb der Politik! Und das besteht aus seinen beiden Kindern, wenn die Zeit es zulässt, Tennis, Fußball (schon wieder ein Hertha-Fan!). Oder leckeres Eis im Florida-Eiscafé schnabulieren. Oder die kulinarische Vielfalt am Holzmarkt genießen (wahlweise auch Mac Donalds oder ähnliches, gibt er zu). Und als letztes Oder: ganz ruhig am Gendarmenmarkt oder Kudamm sitzen und Menschen beobachten. Geboten wird einem dabei in Berlin ja immer definitiv mehr als genug. Und wen gibt’s am liebsten als nächsten Gast? Vielleicht jemanden von Hertha? Oder Pamela Schobeß, die Vertreterin der Clubkommission. Also auch jemand, der dazu beiträgt, dass “der Sound der Stadt” so schnell nicht verstummt.